Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer gehören zur Gruppe der Freiberufler und haben gem. § 2 der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) die Aufgabe, betriebswirtschaftliche Prüfungen, insbesondere solche von Jahresabschlüssen wirtschaftlicher Unternehmen, durchzuführen sowie Bestätigungsvermerke über die Vornahme und das Ergebnis solcher Prüfungen zu erteilen.

Freiberufler und Amtsträger

Wirtschaftsprüfer gehören zur Gruppe der Freiberufler, die als solche öffentlich bestellt werden, wobei hierfür gem. § 1 WPO ein Nachweis der persönlichen und fachlichen Eignung im Zulassungs- und staatlichen Prüfungsverfahren Voraussetzung ist. In erster Linie haben Wirtschaftsprüfer die Aufgabe, die Jahresabschlüsse wirtschaftlicher Unternehmen durchzuführen und einen entsprechenden Bestätigungsvermerk über die Vornahme und das Ergebnis solcher Prüfungen zu erteilen. Gem. § 319 HGB sind ausschließlich Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften berechtigt, große Kapitalgesellschaften und mittelgroße Aktiengesellschaften zu prüfen. Im Falle mittelgroßer GmbHs sind daneben auch vereidigte Buchprüfer (oder entsprechende Gesellschaften) berechtigt, die Jahresabschlußprüfung vorzunehmen und einen enstprechenden Bestätigungsvermerk vorzunehmen. Darüber hinaus sind Wirtschaftsprüfer berechtigt, ihre Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten zu beraten und zu vertreten sowie als Treuhänder zu fungieren.

Wirtschaftsprüfer bedürfer zu ihrer Berufsausübung einer Bestellung, die gem. § 15 WPO mittels Aushändigung einer Urkunde durch die Wirtschaftsprüferkammer erfolgt. Voraussetzung hierfür ist das Bestehen einer schriftlichen und mündlichen Prüfung (§§ 12 ff WPO), für die wiederrum eine abgeschlossene Hochschulausbildung sowie eine praktische Ausbildung erforderlich ist. Der Nachweis einer abgeschlossenen Hochschulausbildung kann u.a. ersetzt werden durch eine mindestens 10-jährige Tätigkeit bei einem Wirtschaftsprüfer oder Buchprüfer bzw. für eine entsprechende Gesellschaft. Die Einzelheiten werden in der Wirtschaftsprüfer-Prüfungsverordnung geregelt.

Der Wirtschaftsprüfer hat seinen Beruf gem. § 43 WPO unabhängig, gewissenhaft, verschwiegen und eigenverantwortlich auszuüben. Er hat sich insbesondere bei der Erstattung von Prüfungsberichten und Gutachten unparteiisch zu verhalten. Ferner muss er sich jeder Tätigkeit enthalten, die mit seinem Beruf oder mit dem Ansehen des Berufs unvereinbar ist. Weiterhin besteht die Verpflichtung, sich fortzubilden. Die Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit ist dem Wirtschaftsprüfer gem. § 43a Abs. 1 Nr. 1 WPO grundsätzlich nicht gestattet.

Selbständige Wirtschaftsprüfer sind verpflichtet, eine geeignete Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen und während der gesamten selbständigen Tätigkeit aufrechtzuerhalten.