Verlust (Steuerrecht)

Ein Verlust i.S.d. Steuerrechts ist ein negativer Saldo aus Einnahmen minus Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten im Rahmen einer Einkunftsart, insbesondere der negative Gewinn bei Gewinneinkünften oder der Überschuß der Werbungskosten über die Einnahmen bei Überschußeinkünften.

Verluste in den Einkunftsarten

Ein Verlust i.S.d. Steuerrechts ist gleichbedeutend mit dem

Verlust trotz Gewinnerzielungsabsicht

Ein Verlust ist steuerrechtlich grundsätzlich zu berücksichtigen und mit anderen positiven Einkünften zu verrechnen, soweit im Rahmen der verlustbringenden Tätigkeit eine Gewinnerzielungsabsicht zu bejahen ist.

Verlustausgleich

Ein Verlust ist zunächst mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten (Gewinn oder Einnahmenüberschuss) im gleichen Veranlagungszeitraum zu verrechnen (= Verlustausgleich), soweit dies wegen besonderer Vorschriften nicht ausgeschlossen oder nur eingeschränkt möglich ist.

Verlustrücktrag

Soweit ein Verlustausgleich mangels positiver Einkünfte im gleichen Veranlagungszeitraum nicht möglich ist, ist gem. § 10d EStG innerhalb der dort bezifferten Höchstbeträge zunächst ein Verlustrücktrag durchzuführen. Hiernach ist der Verlust nach der Vorstellung des Gesetzgebers zunächst mit positiven Einkünften im unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum zu verrechnen (= Verlustrücktrag), und zwar vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen. Es besteht jedoch ein Wahlrecht, dass anstelle des vollständigen Verlustrücktrags ein teilweiser oder vollständiger Verlustvortrag in den folgenden Veranlagungszeitraum erfolgt.

Verlustvortrag

Der Verlustvortrag erfolgt insoweit, wie ein Verlust weder im gleichen noch im unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden kann. Der Verlustvortrag erfolgt in der Weise, dass der nach Verlustausgleich und Verlustrücktrag verbleibende Minusbetrag mit anderen positiven Einkünften in den folgenden Jahren zu verrechnen ist. Diesbezüglich wird ein gesonderter Feststellungsbescheid erlassen, in dem der „verbleibende Verlustvortrag“ auf den folgenden Veranlagungszeitraum festgestellt wird.