Long Tail

Begründer des Begriffs “Long Tail” ist Chris Anderson, der im Oktober 2004 einen Artikel im Magazin Wired darüber geschrieben hat, dass die Zukunft des Unterhaltungsmarkts in den Millionen von Nischen zu suchen ist, die sich insbesondere durch das Internet neben dem Markt der Hits entwickelt haben. Diesen Nischenmarkt nannte er den “Long Tail”. Inzwischen hat Chris Anderson die Idee vom “Long Tail” in einem Buch mit gleichen Titel umfassend vorgetragen und anhand zahlreicher weiterer Untersuchungen und Beispiele verfeinert.

Diese These stützte er insbesondere mit dem Beispiel des CD Händlers, der seine Verkaufsregale stets nur mit solchen CD`s füllen kann, von denen er mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass sie auch verkauft werden. Der eingeschränkte Platz in den Verkaufsregalen des CD- Händlers wirkt sich unmittelbar und direkt auf die Auswahl der CD`s aus. Im Vergleich dazu haben Internetanbieter wie Amazon oder iTunes unendlichen Platz, um jeden erdenklichen Nischentitel ebenso anzubieten wie die wenigen verkauften Hits.

Hinter der Idee des Long Tail steht die Idee, dass jedes Nischenprodukt einzeln gesehen sicher nur wenig zum Erfolg des Unternehmens beitragen wird, aber in der Summe aller Nischenprodukte (dies sind unendlich viele) steuern diese einen gleichwertig wenn nicht sogar größeren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens bei.

Ein anderer Trend hat sich durch die Entwicklung besonderer Web 2.0 Angebote entwickelt. Der Trend entwickelt sich weg von den wenigen Hits hin zu einer Vielfalt an Richtungen und Geschmäckern. Im Bereich der Musik haben Angebote wie last.fm dazu beigetragen, dass nicht mehr wenige Hits den Geschmack der breiten Masse prägen, sondern die breite Masse durch Empfehlungen auch bislang unbekannte Musiker und Gruppen nach “oben” spülen. Dieses Prinzip funktioniert in der jedem Bereich der Unterhaltungsindustrie, wie Bücher und Filme.

Das System des Long Tail macht jedoch nicht Halt in der Unterhaltungsindustrie, sondern setzt sich auch in anderen Geschäftsbereichen durch. Bekanntestes Beispiele ist Ebay. Ebay hat die Nischenprodukte gerade zu zum Hauptinhalt des Angebots gemacht.

Das Prinzip des Long Tail beruht auf folgenden Säulen:

  • in allen Märkten sind mehr Nischenprodukte vorhanden als Hits,
  • je mehr die Produktionskosten sinken, desto mehr Nischenprodukte entstehen,
  • durch das Internet gibt es nahezu keine örtliche Begrenzung des Vertriebs,
  • mit zunehmend besseren Such- und Filtertechnologien werden Nischenprodukte für immer mehr Nachfrager interessant.

Inzwischen finden sich sehr viele erfolgreiche Geschäftsmodelle des Long Tail im Internet, die mit Nischenprodukten viel Geld verdienen. Je spezieller das Thema einer Contentseite oder das Angebot eines Shops ist, desto geringer ist die Konkurrenz in diesem Bereich.