Kleinstkapitalgesellschaft

Unter einer Kleinstkapitalgesellschaft versteht man eine kleine Kapitalgesellschaft, die an den Stichtagen der Jahresabschlüsse von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren die in § 267a Abs. 1 Satz 1 HGB genannten Schwellenwerte nicht überschritten hat:

  • 350.000 Euro Bilanzsumme,
  • 700.000 Euro Nettoumsatzerlöse und
  • eine durchschnittliche Anzahl während eines Geschäftsjahres von 10 Mitarbeitern.

Die gesetzlichen Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften auf Basis der Neuregelungen durch das MicroBilG galten erstmals für Jahresabschlüsse zum 31.12.2012, u.a.

  • die Aufstellung einer vereinfachten Bilanz,
  • der Verzicht auf einen Anhang und
  • die Möglichkeit zur Hinterlegung einer vereinfachten und verkürzten Bilanz beim Bundesanzeiger an Stelle der regulären Offenlegung im Wege der Veröffentlichung der vollständigen Jahresabschlussunterlagen.

Der Schwellenwert für die Bilanzsumme ist nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags (§ 268 Abs. 3 HGB) zu ermitteln. Als durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gilt gem. § 267 Abs. 5 HGB

  • der vierte Teil der Summe aus den Zahlen der jeweils am 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember beschäftigten Arbeitnehmer
  • einschließlich der im Ausland beschäftigten Arbeitnehmer,
  • jedoch ohne die Auszubildenden.

Unabhängig von den Größenmerkmalen der Unternehmen sind jedoch folgende Gesellschaftsarten und Rechtsformen von den Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften ausgeschlossen: