Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist eine sog. Zuschlagsteuer zur Lohn- bzw. Einkommensteuer, zu deren Erhebung die Kirchen in Deutschland gem. Art. 137 Abs. 6 WRV i.V.m. Art 140 GG auf Basis der bürgerlichen Steuerlisten und der landesrechtlichen Bestimmungen berechtigt sind.

Die Erhebung der Kirchensteuer durch die Katholische Kirche und die Evangelische Kirche in Deutschland steht den Religionsgesellschaften in Deutschland zu, welche Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Dies ergibt sich aus Art 137 Abs. 6 i.V.m. Art 140 GG. Die Einzelheiten zur Erhebung der Kirchensteuer werden in entsprechenden Landesgesetzen der Bundesländer geregelt, insbesondere die Bemessungsgrundlage, das Schuldverhältnis, Verwaltung und Vollstreckung.

Die Kirchensteuer wird nur von den jeweiligen Kirchenmitgliedern der Katholischen Kirche und der Evangelische Kirche in Deutschland erhoben, wobei sich die Mitgliedschaft nach innerem Kirchenrecht regelt. Die Zugehörigkeit zu einer erhebungsberechtigten Kirche wird durch die Taufe begründet und endet mit dem Tod oder mit dem Austritt aus der Kirche.

Bei der Kirchensteuer handelt es sich um eine sog. Zuschlagsteuer, deren Höhe prozentual an die Lohn- bzw. Einkommensteuer gekoppelt ist, wobei der Kirchensteuersatz je nach Bundesland entweder

  • 8 % (Bayern und Baden-Württemberg) oder
  • 9 % (alle anderen Bundesländer)

der Lohn- bzw. Einkommensteuer beträgt. In einigen Bundesländern gibt es darüber hinaus einen Zuschlag zur Grundsteuer A (= Kirchengrundsteuer).

Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Kirchensteuer ist das zu versteuernde Einkommen des Steuerschuldners auf Basis des Einkommensteuerbescheids, das jedoch gem. § 51a Abs. 2 EStG um diverse Steuerermäßigungen und Hinzurechnungen zu korrigieren ist.

Die gezahlte Kirchensteuer kann bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens als Sonderausgabe gem. § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG abgezogen werden.

Die Kirchensteuerpflicht endet

  • mit dem Tod oder
  • mit dem Austritt aus der Kirche.

Im Falle des Kirchenaustritts im Laufe des Jahres, endet die Kirchensteuerpflicht

  • mit Ablauf des Monats (Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland) bzw.
  • mit Ablauf des Folgemonats (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen),

in dem der Austritt gegenüber dem Standesamt erklärt wurde.