Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ersetzte 2008 die bisherige Ansparrücklage auf Basis der Regelung in § 7g Abs. 1 bis 4 EStG und war erstmals im Wirtschaftsjahr 2007 für Investitionen zu bilden, die für Wirtschaftsjahre ab 2008 geplant sind (§ 52 Abs. 23 EStG). Die Neuregelung war ein Ergebnis der Unternehmenssteuerreform 2008.

Gegenüber der früheren Ansparrücklage erfolgte durch die Einführung des Investitionsabzugsbetrags nicht nur eine Neuregelung, sondern nahezu ein umfassender Systemwechsel bei der steuerlichen Begünstigung von Investitionen in der Zukunft. Die Einführung des Investitionsabzugsbetrags betrifft alle Unternehmer, die die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der steuerlichen Begünstigung erfüllen. Neben vielen Informationen und Beispielen zum Investitionsabzugsbetrag an anderer Stelle habe ich hier die wesentlichen Merkmale des neuen Investitionsabzugsbetrags zusammengestellt:

Inhalt:

1. Begünstigte Unternehmen
2. Begünstigte Wirtschaftsgüter
3. Investitionszeitraum
4. Investitionsabzugsbetrag

1. Begünstigte Unternehmen

Begünstigte Unternehmen durch den Investitionsabzugsbetrag sind kleine und mittlere Betriebe, die gem. § 7g Abs. 1 Nr. 1 EStG folgende Betriebsgrößenmerkmale erfüllen:

  • Betriebsvermögen kleiner oder gleich 235.000,– EUR,
  • Gewinn bei Einnahmen- Überschussrechnung – ohne Berücksichtigung eines Investitionsabzugsbetrag – kleiner oder gleich 100.000,– EUR,
  • Wirtschaftswert bei Land- und Forstwirten (ohne Wohnungswert) kleiner oder gleich 125.000,– EUR.

Maßgebender Zeitpunkt für die Bestimmung der Größenmerkmale ist der Schluss des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzug erfolgen soll.

2. Begünstigte Wirtschaftsgüter

Der Investitionsabzugsbetrag kann für alle abnutzbaren und beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögen gebildet werden, inklusive gebrauchter Wirtschaftsgüter. Das Wirtschaftsgut muss jedoch mindestens bis zum Ende des folgenden Jahres, das auf die Investition folgt, ausschließlich oder mindestens zu 90 % betrieblich genutzt werden. Das Investitionsgut muss nur hinsichtlich seiner Funktion benannt werden, so dass auch ein Wirtschaftsgut mit gleicher Funktionalität angeschafft werden kann. Das geplante Wirtschaftsgut muss in den Unterlagen zur Steuererklärung angegeben und dem Finanzamt konkret mitgeteilt werden (§ 60 EStDV).

3. Investitionszeitraum

Das geplante Wirtschaftsgut muss innerhalb eines Investitionszeitraums von maximal 3 Jahren angeschafft oder hergestellt werden. Für die geplante Anschaffung oder Herstellung begünstigter Wirtschaftsgüter kann ein Investitionsabzugsbetrag in Höhe von bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abgezogen werden.

4. Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag darf im Jahr des Abzugs und in den drei Vorjahren insgesamt höchstens 200.000,– EUR betragen. Es werden also die Investitionsabzugsbeträge von insgesamt vier Jahren addiert. Soweit Ansparrücklagen aus den Jahren bis 2006 noch nicht gewinnerhöhend aufgelöst wurden, vermindert sich der Höchstbetrag von 200.000,– EUR um die noch vorhandenen Ansparrücklagen (§ 52 Abs. 23 EStG). Die Höchstbeträge der alten und der neuen Regelung des § 7g EStG werden nicht nebeneinander gewährt. Haben Existenzgründer in den Jahren bis 2006 Rücklagen bis zum Höchstbetrag von 307.000,– EUR gebildet, können weitere Investitionsabzugsbeträge erst dann geltend gemacht werden, wenn die Existenzgründerrücklagen den Betrag von 200.000,– EUR unterschreiten.

Wird das begünstigte Wirtschaftsgut innerhalb des Investitionszeitraums angeschafft oder hergestellt, gilt gem. § 7g Abs. 2 EStG folgendes:

1. Außerbilanzielle gewinnerhöhende Hinzurechnung

Der für das begünstigte Wirtschaftsgut gebildetete Investitionsabzugsbetrag ist außerbilanziell hinzuzurechnen und erhöht dadurch den Gewinn. Die Hinzurechnung ist begrenzt auf maximal 40 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsgut.

2. Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten

Die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts werden um den Investitionsabzugsbetrag gewinnmindernd reduziert. Der Kürzungsbetrag ist im Rahmen der Buchführung zu erfassen. Durch diese Herabsetzung vermindert sich die Bemessungsgrundlage für die weiteren Abschreibungen für dieses Wirtschaftsgut.