Gewinnermittlung

Im Rahmen der Gewinnermittlung ist das wirtschaftliche Ergebnis eines Unternehmen für ein Wirtschaftsjahr zu ermitteln. Das Steuerrecht lässt hierfür folgende Methoden der Gewinnermittlung zum Ende eines Wirtschaftsjahr zu:

  • Vermögensvergleich,
  • Einnahmen- Überschußrechnung,
  • Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen.

Grundsätzlich ist der Gewinn eines Unternehmen durch Vermögensvergleich zu ermitteln, bestehend aus einer Bilanz zum Schluss des Wirtschaftsjahr und einer Gewinn- und Verlustrechnung. In Abhängigkeit von Gewinn und Umsatz eines Unternehmen gibt es jedoch Erleichterungen bei der Gewinnermittlung dahingehend, dass Unternehmen bis zu einer gewissen Gewinn- bzw. Umsatzgrenze ihren Gewinn auch durch eine vereinfachte Einnahmen- Überschußrechnung ermitteln können.

Inhalt: 

1. Vermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1, 5 EStG
2. Einnahmen-Überschußrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG
3. Vorteile der einfachen Buchführung
4. Grundregeln der einfachen Gewinnermittlung

1. Vermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1, 5 EStG

Grundsätzlich ist jeder Kaufmann verpflichtet, auf Grundlage einer doppelten Buchführung zum Ende des Geschäftsjahr einen Vermögensvergleich gem. § 4 Abs. 1 EStG und § 5 EStG zu erstellen.

2. Einnahmen- Überschußrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG

Gewinnermittlung ist gleichzeitig der gebräuchliche Begriff für die Einnahmen- Überschußrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG. Insbesondere Freiberufler, Künstler und ähnliche Selbständige sind gem. § 4 Abs. 3 EStG berechtigt, ihren Gewinn mittels einer Einnahmen- Überschußrechnung zu ermitteln. Das ist deutlich einfacher als mittels Vermögensvergleich. Daher kommt der Abgrenzung zwischen Freiberuflern, Selbständigen und Gewerbebetrieben eine enorme Bedeutung zu, weil die vereinfachte Gewinnermittlung nur für diese Berufsgruppen gilt. Wer als Freiberufler gilt, wird in § 18 EStG geregelt.

Daneben sind auch Gewerbebetriebe berechtigt, die Gewinnermittlung durch einfache Einnahmen-Überschußrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG zu erledigen, wenn bestimmte Grenzen hinsichtlich Gewinn und Umsatz nicht überschritten werden. So gelten für Gewerbebetriebe folgende Gewinngrenzen bzw. Umsatzgrenzen, die nicht überschritten werden dürfen:

  • Umsätze bis zu 500.000 Euro pro Kalenderjahr
  • Gewinn bis zu 30.000 Euro pro Kalenderjahr

Gewerbebetriebe, die unterhalb dieser Grenzen bleiben, dürfen ihren Gewinn gem. § 4 Abs. 3 EStG unter Anwendung der vereinfachten Gewinnermittlung ermitteln.

3. Vorteile der einfachen Buchführung

Der grundlegende Vorteil der vereinfachten Buchführung gem. § 4 Abs. 3 EStG besteht darin, dass nur die Einnahmen und die Ausgaben im Wirtschaftsjahr gegenübergestellt werden. Gegenüber der Gewinnermittlung gem. Vermögensvergleich gem. § 4 Abs. , 5 EStG fallen folgende Verpflichtungen weg:

  • keine Aufstellung von Inventur und Eröffnungsbilanz,
  • keine Erstellung einer Schlußbilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung,
  • keine doppelte Buchführung.

4. Grundregeln der einfachen Gewinnermittlung gem. § 4 Abs. 3 EStG

Der Grundaufbau der Einnahmen- Überschußrechnung gem § 4 Abs. 3 EStG sieht wie folgt aus: Einnahmen – Ausgaben = Gewinn/Verlust. Es gilt grundsätzlich das Zuflußprinzip, so dass die Einnahmen aus der Tätigkeit zum Zeitpunkt der tatsächlichen Bezahlung erfasst werden und nicht zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Im Gegenzug sind die Ausgaben grundsätzlich auf Grundlage des Abflussprinzip in dem Zeitpunkt zu erfassen, in dem sie bezahlt werden.

Ausnahmen gelten nur für solche Einnahmen bzw. Ausgaben, die unter die sog. 10- Tage-Regelung fallen. Zahlungen,

  • die zwischen dem 22.12. und dem 10.1 des Folgejahres erfolgen und
  • regelmäßig wiederkehren

müssen zum Zeitpunkt der Erfüllung der Leistung erfasst werden. Regelmäßige Einnahmen und regelmäßige Ausgaben müssen also dem Wirtschaftsjahr zugeordnet werden, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Das betrifft insbesondere folgende Leistungen:

  • Renten,
  • Miete und Pacht,
  • Zinsen,
  • Gehälter und Löhne,
  • Wasser, Strom, Müll.