Forderung

Eine Forderung ist der Anspruch eines Gläubigers auf Erbringung einer bestimmten Leistung, der aus einem vertraglichen, gesetzlichen oder öffentlich-rechtlichen Schuldverhältnis entstanden ist. Im Unternehmen bilden Forderungen einen Vermögensgegenstand, der in einer Bilanz im Rahmen des Aktivvermögens gesondert auszuweisen ist.

Schuldrechtlicher Anspruch des Gläubigers

Eine Forderung ist der Anspruch eines Gläubigers, der aus einem vertraglichen, gesetzlichen oder öffentlich-rechtlichen Schuldverhältnis entstanden ist. Ein Anspruch ist gem. § 194 Abs. 1 BGB das Recht, von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen. Ein solches Recht kann auf jede mögliche Handlung, Abgabe einer Willenserklärung oder Leistung gerichtet sein, z.B. auf die Entrichtung einer Geldzahlung als Gegenleistung für die Lieferung einer Sache im Falle eines Kaufvertrages. Während sich Ansprüche auch aus absoluten Rechten (z.B. aus Eigentum oder Besitz an einer Sache) ergeben können, resultiert eine Forderung immer aus einem vertraglichen, gesetzlichen oder öffentlich-rechtlichen Schuldverhältnis. Eines der wesentlichen Merkmale eines Anspruchs ist die Möglichkeit, diesen im Wege eines gerichtlichen Mahnverfahrens oder mittels einer Klage gerichtlich geltend zu machen und gegen den Schuldner einen Vollstreckungstitel zu erlangen. Der Schuldner kann jedoch ggf. eine Einrede oder Einwendungen gegen die Forderung erheben, z.B. die Einrede der Verjährung.

Abtretung einer Forderung

Eine Forderung kann mittels einer Abtretungserklärung (Muster) ohne Mitwirkung des Schuldners vom bisherigen Gläubiger (Zedent) auf einen neuen Gläubiger (Zessionar) übertragen werden. Die Abtretung bedarf keiner besonderen Form, aber zum Nachweis gegenüber dem Schuldner (Schuldnerschutz) ist die Schriftform empfehlenswert.

Forderungsmanagement

In Unternehmen sind einzelne Mitarbeiter oder ganze Abteilungen mit dem Forderungsmanagement befasst, um den Umgang mit den Forderungen gegenüber Kunden von der Entstehung bis zur Befriedigung zu planen, organisieren und zu kontrollieren. Dadurch sollen Forderungsausfälle möglichst minimiert werden, um die Liquidität des Unternehmens zu bewahren.

Forderungen als Vermögensgegenstand

Forderungen eines Unternehmens bilden einen Vermögensgegenstand, der in der Bilanz im Rahmen des Aktivvermögens gesondert auszuweisen ist, nach § 266 Abs. 2 HGB gegliedert nach

  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
  • Forderungen gegen verbundene Unternehmen,
  • Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und
  • sonstigen Vermögensgegenständen.

Für die Bewertung und Abschreibung von Forderungen existieren gesonderte Regelungen und Bilanzierungsgrundsätze.