Ehe

In Deutschland ist die Ehe die rechtlich anerkannte und mit entsprechendem Willen auf Lebenszeit eingegangene Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau. Es gilt das Prinzip der Zivilehe, wonach eine wirksame Eheschließung nur vor einem Standesbeamten möglich ist. Letzterer hat zuvor zu prüfen, ob ein Ehehindernis in Form eines Eheverbots oder eines anderen Grundes entgegensteht.

Eheschließung

Die Eheschließung erfolgt gem. § 1310 Abs. 1 BGB bei gleichzeitiger Anwesenheit der Eheschließenden vor einem Standesbeamten mit der unbedingten Erklärung, eine eheliche Lebensgemeinschaft auf Lebenszeit miteinander eingehen zu wollen. Hierfür befragt der Standesbeamte die Eheschließenden jeweils einzeln, ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Wird dies von beiden Eheschließenden bejaht, stellt er fest, dass sie nunmehr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Neben der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau wird in Deutschland auch eine solche zwischen Lebenspartnern des gleichen Geschlechts anerkannt, wobei in diesen Fällen der Begriff der Lebenspartnerschaft verwendet wird und die Eintragung in einem gesonderten Partnerschaftsregister erfolgt.

Eheliche Lebensgemeischaft

Die Ehe wird nach § 1353 Abs. 1 BGB auf Lebenszeit geschlossen. Währenddessen sind die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet und tragen füreinander Verantwortung. Die Verpflichtung zur ehelichen Lebensgemeinschaft beinhaltet u.a. die Verpflichtung zum Zusammenleben in häuslicher Gemeinschaft, zur gegenseitigen Treue und Achtung, zum ehelichen Verkehr sowie zur Mitwirkung bei der elterlichen Sorge für gemeinsame, minderjährige Kinder.

Verpflichtung zum Unterhalt

Ein wesentliches Element der Ehe ist die Verpflichtung zum gegenseitigen Unterhalt, die im Einzelnen in den §§ 1360 ff BGB gesetzlich geregelt ist.

Ehevertrag

Die Ehegatten haben nach § 1408 Abs. 1 BGB die Möglichkeit, ihre güterrechtlichen Verhältnisse durch einen Ehevertrag zu regeln, insbesondere auch nach der Eheschließung den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft aufzuheben oder zu ändern. Vereinbarungen über den Versorgungsausgleich sind nach § 1408 Abs. 2 BGB ebenso in einem Ehevertrag möglich.

Auflösung der Ehe durch Ehescheidung

Nach § 1313 BGB kann eine wirksam geschlossene Ehe nur durch richterliche Entscheidung aufgehoben werden, wobei einer oder beide Ehegatten den entsprechenden Antrag zur Scheidung stellen können. Die Ehe wird dann mit Rechtskraft des Scheidungsurteils aufgelöst.