Braugerechtigkeit

Mit Braugerechtigkeit bezeichnete man im Mittelalter das Recht zum Bierbrauen, das bis zum Erlaß regionaler Brauerordnungen (in Bayern z.B. die Brauverfassung aus dem Jahre 1372) neben der Kirche und Klöstern nur Vertretern der obersten und vor allem reichen Gesellschaftsschichten (= Patriziern) vorbehalten war, meist verbunden mit dem Eigentum an einem bestimmten Grundstück. Eine der ersten Braugerechtigkeiten datiert aus dem Jahre 974 und wurde durch Kaiser Otto II. an die Kirche zu Lüttich verliehen. Ein weitere historisch bedeutende Braugerechtigkeit datiert auf das Jahr 1140, in dem die Stadt Freising dem Kloster Weihenstephan das Brau- und Schankrecht verlieh und damit zur Gründung der ältesten weltweit noch bestehenden Brauerei führte.