Behindertenpauschbetrag

Die wohl bekannteste steuerliche Vergünstigung für behinderte Menschen ist der Behindertenpauschbetrag, der neben den anderen steuerlichen Vergünstigungen für behinderte Menschen im Rahmen der Einkommensteuer einen Ausgleich für die zusätzlichen Beschwerden und Kosten schaffen soll. Der Behindertenpauschbetrag ist gem. § 33b EStG entsprechend dem Grad der Behinderung (GdB) gestaffelt und wird nach dem dauernden Grad der Behinderung (GdB) unterteilt in die folgenden 2 Gruppen:

  • Feststellung eines Grades der Behinderung auf mindestens 50%,
  • Feststellung eines Grades der Behinderung auf weniger als 50%, aber mindestens auf 25%.

Bei einem Grad der Behinderung von mindestens 50% wird der Behindertenpauschbetrag regelmäßig gewährt, bei einem Grad der Behinderung zwischen 25% und 50% nur dann, wenn

  • dem behinderten Menschen wegen der Behinderung nach gesetzlichen Vorschriften eine Rente oder andere laufende Bezüge zustehen,
  • die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder
  • die Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruht.

Bei Hilflosigkeit („H“) und Blindheit („Bl“) des behinderten Menschen erhöht sich der Behindertenpauschbetrag auf derzeit 3.700 Euro (= besonderer Behindertenpauschbetrag).

Der Behindertenpauschbetrag (Staffelung des Behindertenpauschbetrags) dient der Vereinfachung und wird ohne Rücksicht auf die Höhe der tatsächlichen Mehraufwendungen infolge der Behinderung gewährt.

Statt des allgemeinen oder besonderen Behindertenpauschbetrags können auch die tatsächlichen laufenden und typischen pflege- und behinderten Aufwendungen im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. In diesem Fall ist jedoch die Kürzung durch die zumutbare Belastung abhängig von der Höhe des Einkommens zu berücksichtigen.

Beim erstmaligen Antrag des Behindertenpauschbetrags – im Bereich außergewöhnliche Belastungen des Mantelbogens der Einkommensteuerklärung – sind die entsprechenden Nachweise der Behinderung (Schwerbehindertenausweis, Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes) beizufügen.

Durch den Behindertenpauschbetrag werden alle laufenden und typischen Aufwendungen abgegolten, die dem behinderten Menschen im Zusammenhang mit der Behinderung entstehen. Darunter fallen solche Aufwendungen, die typischerweise mehrfach im Jahr anfallen. Neben dem Behindertenpauschbetrag können zusätzlich einmalige und atypische Aufwendungen geltend gemacht werden, die mit der Behinderung zwar zusammenhängen, aber aufgrund ihrer Einmaligkeit den typischen Aufwendungen nicht zugerechnet werden können. Solche einmaligen Aufwendungen können daher neben dem Behindertenpauschbetrag als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden

Beispiele:

Kur, einmalige Krankheitskosten, Umzugskosten, Führerschein, behindertengerechter Umbau der Wohnung.