Basel II

In 2004 hat der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht eine neue Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) verabschiedet, welche die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Finanzsystems stärken, die Wettbewerbsgleichheit verbessern und die Risiken besser erfassen soll. Basel II sieht bei Unternehmen vor jeder Kreditentscheidung des Kreditgebers eine individuelle Einschätzung der Bonität auf Basis von Ranking-Systemen vor. Der Gesetzesentwurf zur Umsetzung von Basel II in deutsches Recht wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2007 in Deutschland verabschiedet.

Allgemeines

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ist zuständig für die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen im internationalen Bankensystem und für die Minimierung des Insolvenzrisiko der Finanzinstitute. Der Ausschuss hat als reines Beratungsgremium keine eigenen gesetzgeberischen Kompetenzen, aber dessen Empfehlungen sind Basis für die Gesetzgebung der EU und finden so auch Eingang in das nationale Recht der Mitgliedsstaaten.

Inhalte von Basel II

Basel II bezweckt die Sicherung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung von Banken und die Schaffung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen sowohl für die Kreditvergabe als auch für den Kredithandel. Das Konzept basiert auf drei sich ergänzenden Bereichen:

1. Mindestkapitalanforderungen

Die 1. Säule „Mindestkapitalanforderungen“ beinhaltet Vorschriften zur Eigenkapitalausstattung von Kreditausfall-, Marktpreis- und operationellen Risiken. Die Berechnung des Kreditrisikos erfolgt anhand einer Bonitätsbeurteilung des Unternehmens mittels der Verwendung von Ratings, die externe Agenturen einem Unternehmen geben. Bei Unternehmen ohne externes Rating wird ein pauschaler Satz für die Risikobewertung angewandt.

2. Überprüfung des Risikomanagements der Banken

Die 2. Säule „Überprüfungsprozess“ schreibt eine regelmäßige Überprüfung der bankeninternen Verfahren des Risikomanagements durch die Bankenaufsicht vor.

3. Erweiterte Offenlegung und Marktdisziplin

Die 3. Säule „Erweiterte Offenlegung und Marktdisziplin“ soll eine bessere Informationslage der Marktteilnehmer über das Risikoprofil einer Bank und deren Eigenkapitalausstattung erreichen, insbesondere durch erweiterte Offenlegung von Jahresabschlüssen, Quartalsberichten oder Lageberichten.