Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat ist bei einer Aktiengesellschaft und Kommanditgesellschaft auf Aktien von Gesetzes wegen zwingend einzurichten. Bei der Genossenschaft und GmbH ist die freiwillige Einrichtung eines Aufsichtsrat per Satzung möglich, ab einer bestimmten Größe des Unternehmens ebenfalls zwingend vorgesehen. Die Aufgaben der Mitglieder eines Aufsichtsrat bestehen in erster Linie darin, den Vorstand bzw. die Geschäftsführer zu überwachen.

Der Aufsichtsrat im Unternehmen

Die Rechtsgrundlagen für die Einrichtung, Zusammensetzung und Aufgaben des Aufsichtsrats befinden im Falle der Aktiengesellschaft in den §§ 95 bis 116 Aktiengesetz (AktG). Soweit die Satzung einer GmbH die Einrichtung eines Aufsichtsrats als weiteres Organ der Gesellschaft bestimmt oder dieser wegen der Größe des Unternehmens oder aus anderen Gründen zwingend vorgesehen ist, gelten diese Vorschriften des AktG gem. § 52 GmbHG entsprechend.

Während die Bildung eines Aufsichtsrats in einer

gesetzlich vorgeschrieben ist, findet man in der Praxis auch bei der GmbH häufig einen Aufsichtsrat, der dort auf freiwilliger Basis eingerichtet werden kann (= fakultativer Aufsichtsrat), sofern das Unternehmen nicht mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt. Werden in der GmbH jedoch mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt, wird die Einrichtung des Aufsichtsrats auch für die GmbH gesetzlich vorgeschrieben.

In erster Linie haben die Mitglieder eines Aufsichtsrats die Aufgabe, den Vorstand der AG bzw. die Geschäftsführer der GmbH zu überwachen.

Mitglieder des Aufsichtsrats

Mitglieder eines Aufsichtsrats können nur natürliche Personen werden, wobei sowohl die Zahl der Aufsichtsratspositionen als auch die Amtszeit eines Aufsichtsratsmitglieds gesetzlich beschränkt ist. Die Mitglieder des Aufsichtsrat erhalten auch eine Vergütung, sofern dies in der Satzung bestimmt oder durch Beschluss der Hauptversammlung entschieden wird.

Der Aufsichtsrat in der Aktiengesellschaft

Der Aufsichtsrat in der Aktiengesellschaft besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Je nach Höhe des Grundkapitals sind bis zu 21 Mitglieder möglich, wobei die Zahl der Mitglieder stets durch 3 teilbar sein muss, § 95 AktG. Die Zusammensetzung der Aufsichtsrats bestimmt sich nach § 96 AktG. Es sind grundsätzlich 4 Gruppen von Gesellschaften zu unterscheiden:

  • Anwendbarkeit des Drittelbeteiligungsgesetzes
  • Anwendbarkeit des Mitbestimmungsgesetzes
  • Anwendbarkeit des Mitbestimmungsergänzungsgesetzes und die
  • übrigen Gesellschaften.

Bei den Mitgliedern des Aufsichtsrats unterscheidet man in erster Linie zwischen den Vertretern der Aktionäre und die Vertreter der Arbeitnehmer.