Abschlußprüfer

Abschlußprüfer sind sachverständige Personen, die gem. §§ 316 ff HGB bei einer mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaft den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts prüfen. Auch der Jahresabschluss eines Konzerns ist zu prüfen, wenn der Konzern zur Rechnungslegung verpflichtet ist.

Wirtschaftsprüfer als Abschlußprüfer

Der Beruf des Wirtschaftsprüfers (in Kurzform auch WP) gehört zu den Katalogberufen gem. § 18 EStG. Gleichzeitig bekleidet ein Wirtschaftsprüfer ein Amt im öffentlichen Interesse, das insbesondere (aber nicht nur!) die Prüfung der Jahresabschlüsse von (börsennotierten) Aktiengesellschaften beinhaltet.

Das Berufsbild der Wirtschaftsprüfer wird im wesentlichen durch § 2 WPO bestimmt, wonach diese die Aufgabe haben,

  • betriebswirtschaftliche Prüfungen bei wirtschaftlichen Unternehmen durchzuführen und
  • Bestätigungsvermerke über die Vornahme und das Ergebnis solcher Prüfungen zu erteilen.

Daneben sind sie befugt,

  • ihre Auftraggeber auch in steuerlichen Angelegenheiten zu beraten und zu vertreten,
  • auf den Gebieten der wirtschaftlichen Betriebsführung als Sachverständige aufzutreten,
  • in wirtschaftlichen Angelegenheit zu beraten und fremde Interessen zu wahren sowie
  • zur treuhänderischen Verwaltung.

Wirtschaftsprüfer werden öffentlich bestellt. Die Bestellung setzt den Nachweis der persönlichen und fachlichen Eignung voraus, die in einem Zulassungs- und staatlichen Prüfungsverfahren nachzuweisen ist.

Für die Prüfung der fachlichen und persönlichen Eignung, für die Bestellung zum Wirtschaftsprüfer und deren Widerruf sowie für die Berufsaufsicht und Qualitätskontrolle ist eine sog. Wirtschaftsprüferkammer zuständig.

Grundsätzlich können gem. § 319 HGB nur

als sog. Abschlußprüfer fungieren, um den Jahresabschluss einer Aktiengesellschaft bzw. einer großen GmbH zu prüfen. Im Fall einer mittelgroßen GmbH kann an Stelle eines Wirtschaftsprüfer oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auch ein

  • vereidigter Buchprüfer

den Jahresabschluss prüfen.

Schirftlicher Prüfungsbericht

Der Abschlussprüfer wird von den Gesellschaftern der Kapitalgesellschaft im Rahmen einer Gesellschafterversammlung gewählt. Letzteren händigt er das Ergebnis seiner Prüfung mittels eines schriftlichen Prüfungsberichts aus, in dem er die Lage des Unternehmen zu beurteilen hat. Der Prüfungsbericht muss gem. § 321 HGB auch darüber berichten, ob Unrichtigkeiten oder Verstöße gegen Gesetze bzw. die Satzung oder Tatsachen festgestellt wurden, die den Bestand des Unternehmens gefährden oder wesentlich beeinträchtigen.

Bestätigungsvermerk

Soweit sich keine Einwendungen ergeben haben, erteilt der Abschlußprüfer seinen Bestätigungsvermerk zum Jahresabschluss. Für Pflichtverletzungen im Rahmen der sorgfältigen Prüfung des Jahresabschlusses und der Buchführung ist der Abschlussprüfer gem. § 323 HGB verantwortlich und ggf. zum Schadenersatz verpflichtet.